Samstag, 18. Februar 2012

Grundwasser - zum Beispiel: Saudi-Arabien

Im vorletzten Beitrag haben wir festgestellt, dass das Süßwasser, welches wir etwa zur Bewässerung in der Landwirtschaft einsetzen – global betrachtet – nicht verbraucht wird, sondern vielmehr zu einem anderen Zeitpunkt an einem anderen Ort wieder verfügbar sein wird. Darüber hinaus wird es höchstwahrscheinlich zu einem anderen Zeitpunkt – abhängig von den klimatischen Bedingungen – auch an dem entsprechenden Ort an dem es eingesetzt wurde wieder verfügbar sein. Dies gilt jedoch nicht für alle Regionen. So zählt etwa die arabische Halbinsel zu den trockensten Gebieten dieser Erde. Das Wasser, welches dennoch von den Menschen benötigt wird, wird aus den fossilen Grundwasserreserven entnommen. Diese werden sich jedoch nicht wieder auffüllen, was bedeutet, dass in Saudi-Arabien Wasser nicht als erneuerbare Ressource gelten kann. Während Saudi-Arabien dennoch jahrelang die landwirtschaftliche Produktion unter Zuhilfenahme extensiver Bewässerung gefördert hat, wird das kostbare Grundwasser nunmehr für die Versorgung der Haushalte und der Industrie aufgewendet. Die in der Produktion wasserintensiveren Nahrungsmittel hingegen werden entsprechend dem Konzept des virtuellen Wassers importiert.


Literatur:

FAO Agriculture, Food and Water (englisch)

Donnerstag, 16. Februar 2012

Die Nahrungsmittelproduktions „trinkt“ uns das Wasser weg

Wie viel Prozent des gesamten Süßwassers glauben Sie fließt in die Produktion von Lebensmitteln, also in die Landwirtschaft?

Es sind tatsächlich rund 70%, was eine erschreckende Tatsache ist. Die Nahrungsmittelproduktion ist natürlich notwendig, doch wird das Wasser genau so dringend als Trinkwasser gebraucht. Also sind die Alternativen über kurz oder lang entweder hungern oder dursten?!
Hierbei muss man vor allem regionale Unterschiede beachten. Zur Veranschaulichung: Die Ernährung eines Durchschnittsamerikaners verbraucht ca. 5000 Liter Wasser pro Tag. Für die Ernährung eines Afrikaners hingegen werden rund 200 Liter Wasser am Tag aufgebracht. (Es handelt sich hierbei natürlich um virtuelles Wasser.) Während in Europa ca. 50% des Wassers in die Industrie fließen, werden in Afrika und Asien etwa 85% des Trinkwassers von der Landwirtschaft verschluckt! Eine mögliche Lösung hierfür könnte das schon erwähnte grüne Wasser sein. (lesen Sie bitte im Beitrag weiter oben nach) Eben dieses Wasser das größtenteils verdunstet, sollte aufgefangen und für die Bewässerung eingesetzt werden um Trinkwasser zu sparen.
Auf dieser Seite finden Sie mehr Infos zum steigenden Wasserverbrauch der Landwirtschaft: http://www.welthungerhilfe.de/wasserverbrauch-steigt.html

Montag, 13. Februar 2012

Wasser als globales öffentliches Gut?

Grundsätzlich gilt: Süßwasser ist zwar eine begrenzte, aber eine erneuerbare Ressource. Das bedeutet, dass wir das Süßwasser nicht tatsächlich verbrauchen. Wenn es jedoch, etwa durch die Evapotranspiration, verdunstet, so bedeutet dies, dass es in der entsprechenden Region zu dem entsprechenden Zeitpunkt nicht mehr verfügbar ist.

Ist Wasser ein gobales öffentliches Gut? Ein öffentliches Gut ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet: es ist kein Konkurrenzprodukt und niemand kann von seiner Benutzung ausgeschlossen werden. Ein Beispiel für solch ein öffentliches Gut ist etwa die Straßenbeleuchtung, jeder der abends auf der Straße ist kommt in ihren Genuß. Zu den globalen öffentlichen Gütern zählen etwa die Luft und das Klima – aber auch Wissen.

Wasser ist im Gegensatz zu diesen Gütern ein Konkurrenzprodukt – wenn es am Flussoberlauf entnommen wird, steht es am Flussunterlauf nicht mehr zur Verfügung. Dies macht (grenzübergreifendes) Wassermanagement notwendig. Darüber hinaus ist Wasser zwar eine erneuerbare Ressource, damit es jedoch weiterhin verwendet werden kann ist es notwendig, dass es auch sauber gehalten wird.


Literatur:

ODI Transboundary Water Management (englisch)

UNEP IWMI Ecosystems for Water and Food Security (englisch)

Montag, 6. Februar 2012

Zum Beispiel: Biosprit

Ein weiteres Beispiel für ein landwirtschaftliches Produkt, das industriell weiterverarbeitet wird ist sogenannter Biosprit. Während nur etwa 10% der weltweiten Energie aus Biomasse gewonnen und nur etwa 5 Prozent davon für die Herstellung von Biosprit verwendet wird – welcher etwa 2 Prozent der weltweit für den Transport aufgewandten Energie ausmacht – handelt es sich dabei dennoch um ein wesentliches Thema, zumal die Pflanzen auch zur Herstellung von Nahrungmitteln verwendet werden können.

Die bedeutendsten Produzenten sind Brasilien und die USA – sie zeichnen für 77 Prozent des weltweiten Biospritangebots verantwortlich. Aber auch in der EU wird fast die Hälfte des Ertrags planzlicher Öle für die Produktion von Biodiesel verwendet, was einen Anstieg der Importe dieser Nahrungmittel nach sich zieht.

Schätzungen zufolge wird die globale Treibstoffproduktion 2017 127 Milliarden Liter betragen, 24 Milliarden davon in Form von Biosprit. Derzeit werden etwa 2 Prozent – oder 44km3 – blaues Wassers zur Herrstellung von Biosprit aufgewendet. Für die Produktion von einem Liter Biotreibstoff werden 2.500 Liter Wasser benötigt (der Anteil des blauen Wasser beträgt durchschnittlich 820 Liter). Das entspricht inetwa der Menge die notwendig ist um die Nahrung für einen Menschen am Tag zu erzeugen. Während in Europa der Anteil des blauen Wassers marginal ist und in den Vereinigten Staaten und Brasilien 3 bzw. 2 Prozent des Wassers aus Bewässerunganlagen kommt, wird etwa in Indien ausschließlich blaues Wasser herangezogen, sodass 3.500 Liter zur Produktion eines Liters Biotreibstoff verwendet werden.

Die Umsetzung aller nationaler Pläne den Umstieg auf Biotreibstoff betreffend würde bedeuten, dass 30 Millionen Hektar Land benötigt und ein zusätzlicher Wasserbedarf von 180 km3 mittels Bewässerung gedeckt werden müsste.

(Quelle: Welthungerhilfe)


Literatur:

UNWATER World Water Report 3 Water in a Changing World (englisch)

Mittwoch, 1. Februar 2012

Wie viel Wasser braucht Ihr Computer?

Los geht´s erst mal mit einem praktischen Beispiel:
Die meisten von Ihnen werden nun denken, was soll die Frage?! Mein Computer braucht doch kein Wasser!
Wenn es zum Thema Wasser kommt, setzt das wohl kaum jemand mit seinem Computer oder generell Elektronik in Verbindung. Natürlich hat ihr Computer auch keinen direkten Wasserverbrauch, der indirekte Wasserverbrauch ist jedoch nicht zu unterschätzen. Durch die Erfindung des Mikrochips ging es steil bergauf mit der IT-Technik und der komplexen Elektronik. So viele neue Möglichkeiten, durch solch kleine Chips, Wahnsinn!
Die Kehrseite hierbei jedoch ist, dass hiermit auch der Wasserverbrauch für die Produktion einen gewaltigen Umfang annimmt. Eine Studie zeigte, dass die Produktion eines einzigen Mikrochips (32 MB DRAM Chip) alleine rund 32 Liter Wasser verbraucht. Ein normaler PC ohne großartige Extras kommt dabei schon auf ein paar Hunderte solcher Chips, was einen Schätzwert von ca. 20.000 Litern ergibt.
Macht doch nichts, die Chips werden ja nicht bei uns erzeugt, somit steigert sich der Wasserverbrauch der Industrieländer nicht dadurch. Die Industriebetriebe sind natürlich so klug und lagern die Produktion größtenteils aus, somit wird nicht unser Wasser verbraucht, jedoch bringt das den anderen Ländern erhebliche Schäden ein!!!

Hier der Link zur Veröffentlichung über die Studie(englisch): http://www.eurekalert.org/pub_releases/2002-11/acs-ttp110502.php

Sonntag, 29. Januar 2012

Zum Beispiel: Baumwolle

Bisher haben wir uns mit der Agrarwirtschaft ausschließlich im Hinblick auf die Nahrungsmittelproduktion beschäftigt. Es gibt aber auch landwirtschaftliche Produkte, die industriell weiterverarbeitet werden. Hierzu zählt u.a. die Baumwolle. Diese zählt zu den Pflanzen mit dem größten Wasserbedarf. Dennoch wird sie auch in vielen wasserarmen Gegenden angebaut und in großen Mengen in wasserreiche Regionen – wie Europa – importiert. Zur Produktion eines Baumwoll-T-Shirts werden rund 2.500 Liter Wasser benötigt.

Das bekannteste Beispiel für die möglichen Folgen von Baumwollanbau in Regionen mit geringen Niederschlagsmengen ist wohl der Aralsee in Russland.

Literatur:

UNWATER World Water Report 3 Water in a Changing World (englisch)

Dienstag, 24. Januar 2012

Viva la (industrial) revolution?!

Industrielle Revolution – und alles verändert sich...

Doch bringt diese wie am Anfang geglaubt nur positive Veränderungen mit sich?? Was denken Sie?
Natürlich nicht, das weiß doch jeder! Doch da wir uns in diesem Blog nicht auf alle sozialen Missstände konzentrieren können, welche durch die industrielle Revolution entstanden sind, sollte die Frage wohl eher heißen: Hat sie nur positive Veränderung im Bereich der Wasserwirtschaft gebracht? Was meinen Sie hierzu?
Natürlich mit dem Beginn der Industriellen Revolution begann ein bemerkenswerter Aufstieg in der Geschichte der Menschheit. Ständig neue Maschinen, welche die Produktion vereinfachen und welche die Agrargesellschaften in Richtung Industriegesellschaften änderten. Dies hat nun, wie fast alles im Leben, positive und negative Effekte mit sich gebracht. Einerseits werden in der Landwirtschaft Unmengen von Wasser verbraucht für die Bewässerung, Tierhaltung usw. Auch wurden Prozesse und Filtersysteme entwickelt, welche es ermöglichen Wasser zu reinigen und aus Salzwasser Trinkwasser zu gewinnen.
Doch auf der anderen Seite ist der Wasserverbrauch ins Unendliche gestiegen. In Zahlen ausgedrückt, heißt das der Verbrauch hat sich in den letzten 100 Jahren ca. verzehnfacht. Immer weitere Spezialisierungen und Erfindungen, welche eine ungeahnte Menge an Wasser verschlingen, hat die Industrielle Revolution mit sich gebracht. Ein paar dieser Aspekte wollen wir nun eben in diesem Blog beleuchten und Ihnen, liebe(r) LeserIn, näher bringen.